dotRecklinghausen


Startseite

 Mk16, 1-8

 Das Projekt

Der Stein

Der Stein in Helfta

Weg des Steins

Impuls der Woche

12 Frauen der Kirche

Partnerinnenprojekt


Impressum

 

Ökumenischer Frauentag

26. April 2000

 Wer wird den Stein wegrollen?


Eine ungeheure Spannung lag in der Luft. Schon mehrere Versuche den Stein, das tonnenschwere Symbol des Projektes "Wer wird den Stein wegrollen", abzuladen, waren fehlgeschlagen. Die Spannung im Stein, die bewirkt, dass er bei großen Erschütterungen zu zerspringen droht, übertrug sich auf alle Anwesenden, auf die wartenden Frauen, auf den extra beauftragten Steinmetz und auf die Mitarbeiter des Transportunternehmens. Wird es gelingen, den Stein sicher an seiner ersten Station nach der Eröffnungsfeier in Köln in St. Peter in Recklinghausen aufzustellen?

Der Stein ist abgeladen

Abladen des Steins

 

So wurde der Stein für uns schon gleich zu Beginn eine Provokation, er forderte unsere Geduld heraus, er verharrte felsenfest auf dem Transportwagen. Je länger wir ihn dort sahen, desto unruhiger wurden wir. Wird noch alles klappen? Wird er noch rechtzeitig zur Eröffnung des ökumenischen Frauentages abgeladen sein? Von 9.00 Uhr bis 11.30 Uhr konnten wir die verzweifelte Frage der drei galiläischen Frauen "Wer wird uns den Stein wegrollen" gut nachvollziehen. Wir sahen seine Größe und spürten sein Gewicht. Unvorstellbar, ihn nur von Menschenhand bewegen zu wollen.

Auf dem Weg zur Kirche

Dann stand er endlich an seinem Platz und wir gönnten uns eine kurze Zeit der Stille, um ihn in Ruhe betrachten zu können. Wird er uns auch so vertraut werden wie es Margret Jagdfeld, die Leiterin des Referates Frauenseelsorge stellvertretend für die Kölner Frauen formulierte? In einem kleinen Übergaberitus teilen sie uns ihre Erfahrungen mit dem Stein mit. Wir werden unsere eigenen unverwechselbaren Erfahrungen mit ihm machen.

In der Kirche

Frauen am Stein

Um 12.30 Uhr eröffnete ein Mittagsgebet den ökumenischen Frauentag. In einer kleinen Prozession zogen über 100 Frauen vom Kirchenportal zum Stein.

Steinarbeiten

Wie die Frauen im Markusevangelium, die sich auf dem Weg zum Grab Jesu fragen, wer ihnen wohl den Stein wegrollen wird, sind auch heute Frauen unterwegs, sind wir unterwegs, stolpern, erstarren, verzweifeln und überwinden Steine im Leben.

Die Erfahrung, dass es einen Stein gibt im persönlichen Leben, in der Gesellschaft, in der Kirche, zwischen den Völkern, der sich in den Weg legt, ein hartes, beschwerliches Hindernis und die Erfahrung, dass hinter dem Stein oder im Ringen um den Stein eine Transformation geschieht, dass Erlösung möglich ist, war der Ausgangpunkt für ein vielfältiges Programm des ökumenischen Frauentages.

Im Erzählcafé berichteten Frauen von Steinen im persönlichen Leben in ihrer Arbeit und von Steinen, die es manchmal nur in ihren Köpfen gibt. Mit Märchen, Musik, meditativem Tanz und Steinarbeiten versuchten Frauen den ganzen Tag Steiniges, Erstarrtes in Bewegung zu bringen."Die Putzfrauen" berichteten in ihrem Kabarett von den täglichen Steinen, von dem Straßenstaub, den sie immer wieder und überall mühevoll entfernen müssen. Der Stein, der uns am Anfang so viel Sorgen bereitet hatte, der unbeweglich und hart an seinem Platz verharrte, gerade er stiftete an diesem ökumenischen Frauentag Zusammenarbeit und stärkte die Verbundenheit. Am Ende des Tages legten im Abschlußgottesdienst Frauen den kleinen Stein, den sie vom Mittagsgebet den ganzen Tag mit sich herumgetragen hatten, am Stein ab. Erleichtert von seinem Gewicht und vielleicht von der Schwere eines inneren Steines.
Geduld, Beharrlichkeit, Durchhaltevermögen, ein am Anfang schier unüberwindbares Hindernis, das dann doch bewegt werden konnte - hierfür ist uns der Stein ein eindrucksvolles Symbol geworden.

Marita Teunissen
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit




Kontaktadresse: Christine Hojenski
Referat Frauenseelsorge
Postfach 1366
48135 Münster
Fax: 02 51/4 95-61 01
E-Mail: kfd@bistum-muenster.de