dotBenediktinerinnen-Abtei Burg Dinklage


Startseite

 Mk16, 1-8

 Das Projekt

Der Stein

Der Stein in Helfta

Weg des Steins

Impuls der Woche

12 Frauen der Kirche

Partnerinnenprojekt


Impressum

Stein und Krippe

Über die Jahreswende 2000/2001 stand der Stein im Innenhof der Benediktinerinnenabtei St. Scholastika auf Burg Dinklage. Nach dem Stadtleben in Leipzig war er hier von weißer Stille umgeben. In Zusammenarbeit mit den Frauenreferaten Vechta, Münster und Osnabrück hatten die Benediktinerinnen an zwei Terminen Frauen eingeladen zu einem Tag der Stille am Stein.

An beiden Tagen kamen jeweils mehr als 70 Frauen. Nicht wenige hatten lange Anfahrten in Kauf genommen, um sich diesen Tag zu gönnen. Stein und Krippe - was zunächst wie ein sperriger Gegensatz aussah, erwies sich als sehr anregender Impuls. Weihnachten zu feiern, macht nur Sinn aus der Perspektive von Ostern. Das verbindendes Wort hieß ‚Bethlehem': Ort der Geburt Jesu Christi und Herkunftsort des Steines.
Nachhaltiger war eine weitere Parallele: Die Frage der Frauen am Ostermorgen, "Wer wird den Stein wegrollen?" erinnert sehr an die Frage Marias an den Engel Gabriel: "Wie soll das geschehen?". Im liebenden Vertrauen, in einer Hingabe, die weiß, dass der Weg Gottes mit uns Menschen immer ganz anders ist, als wir uns vorstellen können, sagen sie ‚ja', machen sie sich auf den Weg - hoffend, vertrauend wider alle Hoffnung, wider allen besseren Wissens.
So wurden die Frauen am Ostermorgen den Teilnehmerinnen zu ermutigenden Vorbildern. Denn Steine, die den Zugang zum Leben, zum Geliebten, zur ersehnten Hoffnung versperren, gibt es auch heute viele: das krisenhafte Zusammenleben mit dem Partner; nicht nachvollziehbare Wege der Kinder, Krankheit, Arbeitslosigkeit, das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden oder aber das Gefühl, von allen Seiten ausgenutzt zu werden; das bedrohliche Atommüllzwischenlager vor der Haustür; Leiden an innerkirchlichen Entscheidungen...
Prägendes Thema war auch der eigene Glaube an die Auferstehung. Zweifel, persönliche Wunschvorstellungen, eigene Erfahrungen mit dem Tod und der Hoffnung...
  Dabei bot die Gestaltung des Tages Raum für das nachdenkliche Gespräch und viel Zeit für Stille und Gebet.

 Der meditative Tanz in der Mittagszeit musste wegen des Wetters in die Kirche verlegt werden, rund um den Steinaltar - was sich als zusätzliche Bereicherung erwies.

 

 

Verdichtet wurde dieser Tag in der Abschlussrunde um den Stein im Innenhof. Es war feucht und kalt und zugleich durchdrungen von einer Intensität und Wärme, die tief beeindruckend war. Hier wurden Gedanken, Anregungen, Erfahrungen, Dank und Bitte aus dem Tag heraus formuliert und allen in schwesterlicher Solidarität anvertraut.

In der abschließenden Vesper in der Klosterkirche war dann Gelegenheit den Tag betend ausklingen zu lassen.
Es war ein bewegter und bewegender Tag der Stille am Stein.
  Zum Weiterdenken eine kleine Geschichte zum Stein aus der benediktinischen Tradition:

 

Als die Brüder eines Tages dabei waren, die Wohnräume des Klosters zu bauen, lag in der Mitte ein Stein. Den wollten sie in das Mauerwerk einfügen. Zwei oder drei konnten ihn nicht bewegen, und auch als viele anfassten, blieb er so unbeweglich liegen, als wäre er im Erdboden verwurzelt. Da wurde ganz klar, dass der Alte Feind selbst sich auf ihn gesetzt hatte; konnten ihn doch die Hände so vieler Männer nicht von der Stelle bewegen. In dieser Schwierigkeit schickten sie zum Mann Gottes ( Benedikt), er möge kommen und durch sein Gebet den Feind vertreiben, damit sie den Stein emporheben könnten.
Benedikt kam sofort, betete und gab den Segen. Da ließ sich der Stein so schnell heben, als wäre er zuvor nicht so schwer gewesen. (Gregor der Große, Der hl. Benedikt, Kp. 9)


Kontaktadresse:

Benediktinerinnenabtei St. Scholastika
Burg Dinklage
Burgallee 5-6, 49413 Dinklage
Tel. 04443-1268Fax: 04443-3670

Wer wird den Stein wegrollen?