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 Wer wird den Stein wegrollen?


29.04.2000

Stein in Ahaus

II. Station des Steins im Bistum Münster
in Ahaus, St. Mariä Himmelfahrt

 Ahaus


Gleich zweimal war der Stein Mittelpunkt des Geschehens: im Gottesdienst zum Tag der Diakonin und im politischen Nachtgebet.
Nach seiner ersten Station in der Diözese Münster in St. Peter in Recklinghausen "rollte" der Stein nach Ahaus, ins westliche Münsterland nahe der holländischen Grenze.
Zum Tag der Diakonin traf der Stein am 29. April rechtzeitig und heil in St. Mariä Himmelfahrt ein. "Wer eine Hoffnung gewinnen will, muss eine Erinnerung wecken", die Aussage des Theologen Jörg Zink war das Leitmotiv des Gottesdienstes am Stein, den Frauen des Arbeitskreises Diakonat der Frau und des Referates Frauenseelsorge zum Tag der Diakonin gestalteten. Sie erinnerten an Katharina von Siena, die große prophetische Frau aus dem 14. Jahrhundert, die zu ihrer Zeit das war, was Frauen in unserer Kirche bis heute noch nicht sein können: Diakonin, Dienerin der Caritas und als Lehrende in der Verkündigung tätig. Frauen gewinnen aus der Erinnerung an Katharinas Lebenswerk Kraft, Mut und Hoffnung, sich in unserer Zeit für Reformen in der Kirche einzusetzen. Katharina von Siena steht in der Tradition der Frauen am Grab, die festhalten an ihrer Treue zu Jesus und unbeirrt ihren Weg gingen, trotz Hindernissen und Verleumdungen.
"Wer eine Hoffnung gewinnen will, muß eine Erinnerung wecken" trifft auch ins Zentrum des Steinprojektes. Aus der Erinnerung an die Erfahrungen der Frauen am Grab Jesu werden heutige Frauen und Männer bestärkt in ihrer Hoffnung, dass Ostern, Auferstehung auch hier und heute möglich ist.
Der Satz "Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien" (Lk 19,40) stand im Zentrum des Politischen Nachtgebetes, das Frauen der Katholischen Frauengemeinschaft und des Referates Frauenseelsorge in Zusammenarbeit mit Pax Christi und der Katholischen Studentengemeinde gestalteten.
In zwei Kreisen versammelten sich ca. 60 Frauen und Männer um den Stein und trugen ihre Sorgen um die Bedrohung der Schöpfung vor Gott. Im Westmünsterland, in Ahaus verbindet viele Menschen das Misstrauen gegenüber der Atomenergie und die Angst vor neuen Castor-Transporten. Sie wollen nicht schweigen und tatenlos zusehen, wenn das Leben und die Zukunft bedroht sind.
Der vom Grab gewälzte Stein, das offene, leere Grab - sie bezeichnen symbolisch die erste Ostererfahrung der Frauen, von denen die Bibel erzählt. Der Tod wird überwunden, neues Leben wird geschenkt: Auferstehung, Befreiung aus einer dunklen Übermacht.
Überall dort, wo Menschen eine ähnliche Belebung und Erneuerung erfahren und weitergeben, wo sie sich einsetzen für eine lebenswerte Zukunft nachfolgender Generationen, Verantwortung übernehmen und Sensibilität für die Schöpfung entwickeln - dort geschieht Auferstehung, dort wird die Last eines drückenden Steins überwunden.

Marita Teunissen
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit




Weitere Information bei:
Dr. Margret Nemann
Referat Frauenseelsorge
Postfach 1366
48135 Münster
Fax: 02 51/4 95-61 01

Wer wird den Stein wegrollen?