12 Frauen der Kirche


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12 Frauen der Kirche


Zwischen Ostern 2000 und Ostern 2001 sagt jeden Monat eine Verantwortliche der Frauenseelsorge der deutschen Diözesen, was die Frage auf dem Stein für sie bedeutet.

 

Theresa-Maria

Foto: Julie Kirchberg

im Monat Oktober:


Bärbel Grote,
Referentin der Frauenseelsorge
im Bistum Osnabrück


Ein fünfjähriges Mädchen sitzt am Brunnenrand. Das Wasser ist trübe, die Spritzigkeit der Quelle ist nicht zu sehen und zu spüren. Die Bänke im Klosterinnenhof sind leer. Dazwischen der große Stein mit Inschrift „Wer wird den Stein wegrollen“.

Dieses Foto entstand beim ökumenischen Frauentag in Frenswegen (Nordhorn) und es hat mich nachdenklich gestimmt. Wie sieht die Zukunft für unsere Kinder, für unsere Töchter innerhalb der Kirche aus? Ist für sie der christliche Glaube Lebensorientierung, sind unsere Kinder, unsere Töchter vereinzelt noch anzutreffen? Oder sind die Bänke leer? Ist der christliche Glaube für sie spritzige Quelle oder trübes Wasser?

Hoffnung gibt mir der Stein mit seiner Inschrift und den dahinter liegenden Anliegen und Aktionen. Dieser Stein bringt Frauenthemen innerhalb der Kirche in die Öffentlichkeit. Er zeigt, wie engagiert Frauen sich einsetzen, auf Stolpersteine und Hindernisse aufmerksam machen und sich beharrlich in unserer Kirche einmischen. Innerhalb der Kirchengeschichte haben auch wir große Vor- und Mit- streiterinnen gehabt. Große Frauen, die kleine und große Steine bewegten, weil sie hinter den schwer zu bewegenden Steinen das Licht, die Hoffnung, die Zukunft der Kirche sahen.

Dieses Foto hat mich erneut aufmerksam gemacht, wie wichtig unser Engagement für uns Frauen in unserer Zeit ist, damit unsere Kinder, unsere Töchter eine Grundlage und eine Zukunft im christ- lichen Glauben haben auf die sie aufbauen können.

„Die Zukunft gehört denen, die der nachfolgenden Generation Grund zur Hoffnung geben.“
(Teilhard de Chardin)

Wer wird den Stein wegrollen?