12 Frauen der Kirche


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12 Frauen der Kirche


Zwischen Ostern 2000 und Ostern 2001 sagt jeden Monat eine Verantwortliche der Frauenseelsorge der deutschen Diözesen, was die Frage auf dem Stein für sie bedeutet.

 

 

 

im Monat März:


Dr. Claudia Fuchs von Brachel,
Leiterin des Frauenreferates/kfd der Erzdiözese Freiburg

Dr. Fuchs von Brachel

Der Stein ist weggewälzt. Johannes berichtet in seinem Evangelium, dass Maria aus Magdala nach dieser Entdeckung die Jünger unverzüglich darüber informiert. Sie läuft mit diesen noch einmal zum leeren Grab. Die Männer sehen nach, finden die Leinenbinden, gehen nach Hause zurück und glauben; so der Bericht.

Bis hierher ist der Text, was den Part der Jünger angeht, ganz unaufgeregt. Sachlich. Was sie nun eigentlich glauben, wird nicht deutlich. Der Stein ist weggewälzt, der Leichnam nicht mehr auf zu finden und die Männer glauben. Es scheint eine intellektuelle Übung zu sein.

Anders Maria. Sie bleibt am Grab und weint. Durch ihre Tränen hindurch erst sieht sie die beiden Engel im Grab. Auf ihr Weinen spricht der Auferstandene sie an, so erkennt sie ihn. Die Tränen der Maria öffnen den Blick auf das Ostergeschehen. Der weggewälzte Stein allein bleibt vordergründig, befremdlich rational und für sich allein genommen unvollkommen. Durch ihre Tränen kommt die ganze österliche Dimension in den Blick.

Die Tränen der Maria sind das Brennglas für unseren Osterglauben. Durch sie hindurch werden die Engel erkennbar, sieht Maria den auferstandenen Christus. Sie laden ein, den Stein auf der Quelle eigener Tränen wegzuwälzen und dem Blick der Tränen zu vertrauen!


Wer wird den Stein wegrollen?