12 Frauen der Kirche


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12 Frauen der Kirche


Zwischen Ostern 2000 und Ostern 2001 sagt jeden Monat eine Verantwortliche der Frauenseelsorge der deutschen Diözesen, was die Frage auf dem Stein für sie bedeutet.

 

 

 

im Monat Februar:


Annette Westermann
Frauenseelsorgerin im Erzbistum Berlin

Anettte Westermann

Vor 2000 Jahren - drei Frauen auf dem Weg zu einem Grab in einem Garten in Jerusalem. Sie waren voll Sorge, dass der große Stein, der das Grab verschloss, sie daran hindern würde, das zu tun, was ihnen in diesem Moment am wichtigsten war: dem toten Jesus von Nazareth ein letztes Zeichen ihrer Liebe und Freundschaft zu schenken.

Haben diese Frauen etwas mit mir zu tun? Kann ich von ihnen lernen?

Mich beeindruckt, dass sie sich mit ihrer Frage: "Wer wird uns den Stein wegwälzen?" auf den Weg gemacht haben. Sie haben nicht gewartet, bis die Frage gelöst war. Sie sind aufgebrochen, bevor sie sicher sein konnten, dass sie eine Chance hatten, das zu tun, was ihnen so wichtig war. Und sie wurden bestätigt in ihrer "Hoffnung wider aller Hoffnung", viel mehr als sie sich jemals nur hätten träumen lassen. Der Stein war nicht nur kein trennendes Hindernis mehr, sondern war zum Zeichen geworden für die wahrhaft unglaubliche, aber im Vertrauen erfahrene Botschaft von der Überwindung des Todes, der Auferstehung.

Wenn ich mich von den Fragen, die mir auf dem Herzen brennen, nicht lähmen und verstören lasse, wenn ich die Frage in mir nicht ersticke, sondern ihnen Raum gebe und mich mit ihnen auf den Weg mache, dann gibt es auch für mich Befreiung und Heilung.

Wer wird den Stein wegrollen?